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Perlen der Ostsee
Finnland, Russland, Baltikum
Studienreise des
Bürgerring OB-Alstaden vom 13. – 25.06.2009

Teilnehmergruppe am Peterhof
Eine große,
anstrengende und schöne
Reise in die östlichen Länder, in denen wir viel gesehen
haben, liegt hinter 33
Teilnehmern. Fünf Länder (Finnland, Russland,
Estland, Lettland und Litauen)
bereisten wir, mit fünf Währungen (Euro, Rubel, Estnische
Kronen, Lats und
Litas) mussten wir rechnen und
bezahlen. In Helsinki und in Vilnius hatten wir
Stadtführerinnen und zwei
Reiseleiterinnen für die gesamte Reise: Elena zeigte uns drei Tage
St. Petersburg
und Elga begleitete uns durch das Baltikum und brachte uns bis zur
Fähre nach
Klaipeda. Diese Reise war so ganz anders als die, die wir in den
letzten 20
Jahren unternommen haben.
Die
Fähre von Rostock legte pünktlich in Helsinki an
und unsere Stadtführerin Gunvor Berlin
zeigte uns die markanten Punkte Helsinkis. Kilometerlang
fuhren wir am
Zentralfriedhof der Stadt vorbei, der sowohl für
griechisch-orthodoxe und
jüdische als auch christliche Bürger die letzte
Ruhestatt war. Allein 3.000
Heldengräber sind hier zu finden. Wir bewunderten eine
Skulptur der Künsterin
Hiltunen, das Sibeliusmonument, das 6 Jahre Aufbau erforderte und
24 t wiegt.
Das
Bruttoeinkommen in Finnland beträgt ca. 2.900,00 Euro, die Finnen
zahlen 25 % Steuern und 22 % MwSt. In der Zeit von Mai bis August sind
Ferien,
da es Tag und Nacht, von 4.00 Uhr bis 23.00 Uhr, taghell ist.
Felsenkirche in Helsinki
Wir besichtigten die
Felsenkirche,
die 1969 fertig gebaut wurde. Allein aus 21 km Kupferdraht
besteht die imposante
Kuppel. In Finnland gibt es 80 % Protestanten. Die Fahrt bis zur
russischen
Grenze verlief mit unserem Busfahrer Theo ohne Probleme, aber dann: 1 Stunde warteten wir im Bus; 3
russische Busfahrer halfen Theo beim Ausfüllen der Formulare
für den Bus; dann
mussten wir alle mit Gepäck in einem Gebäude Ein- und
Ausreiseformular
ausfüllen und das Gepäck durchleuchten lassen. Dauer gut 2
½ Stunden.
In Vyburg wartete Reiseleiterin Elena
auf uns und brachte uns zum Hotel Moskwa, das an der alten
Prachtstraße, dem
Newskij-Prospekt, liegt. Mit seinem barock-klassizistischen Zentrum
gehört das
„Venedig des Nordens“, wie St. Petersburg häufig genannt wird, zu
den schönsten
Städten Europas. Wir bewunderten prachtvolle Paläste, die
Eremitage, den
Katharinenpalast mit dem Bernsteinzimmer, die Peter- und
Paul-Festung, die
Isaak-Kathedrale, die Admiralität, den Peterhof und die Grand
Cascade. Bei der
Bootsfahrt auf der Newa regnete es leider.
Am Morgen unternahmen wir eine Stadtrundfhrt, um einen Überblick
über die 4,5 Mio-Einwohner-Stadt zu bekommen. Täglich standen wir 2 Stunden 7- bis
8-spurig im Stau. Wir erlebten ein Wunder der Natur, die
„Weißen Nächte“. Es
wurde niemals ganz dunkel und es schimmerte am Horizont immer ein
helles,
rosarotes Band.
Eremitage St. Petersburg
Das Abendessen war jeden
Tag in
einem anderen historischen oder urigen Restaurant. Die Hauptstadt
von Russland
ist Moskau, St. Petersburg gilt als heimliche Hauptstadt und hat
20
Stadtbezirke. Die meisten Russen leben in einer Eigentumswohnung.
Der
Durchschnittsverdienst liegt bei 500 Euro; eine Flasche Krimsekt
kostet 350 Rubel. Der Rubel wurde stark abgewertet – 100 Rubel sind
2,25 €.
Dann
hieß es „Doswidanije Elena“.
Über Kilometer lange, kaputte Straßen ging es nach Estland.
An der estnischen
Grenze wartete Elga, die Reiseleiterin, die uns durch das Baltikum bis
nach
Klaipeda zur Fähre begleitete.
Zuerst haben wir an der Grenze
Estnische Kronen getauscht. Wir konnten zwar überall mit Euro
einkaufen und
mit Kreditkarte bezahlen, aber die Landeswährung brauchten
wir für Getränke
und Kleinigkeiten in den Gaststätten. Wir besichtigten die
interessante Hermannsfestung,
stiegen auf den Turm und anschließend besuchten wir bei
schönem Wetter Gut
Palmse, das viele historische Räume und Keller besaß und zu
einer Weinprobe
einlud. Gut Palmse hat 11.000 ha Land; viele Findlinge aus der Eiszeit
sind
dort zurückgeblieben. Nach diesen interessanten
Eindrücken bezogen wir unser
Hotel Meriton in Tallin. Tallin ist eine wunderschöne Stadt,
ein mittelalterliches
Museum unter freiem Himmel. Nach der morgendlichen Stadtrundfahrt
unternahmen
wir am Nachmittag einen Rundgang durch die schöne
Altstadt.
Estland
hat 1,2 Mio. Einwohner, Lettland hat 2,2 Mio. Einwohner und
Litauen 3,4 Mio. Einwohner. Estland hat mit 3.794 km, davon 1.500
Inseln, die
längste Küste. Nachdem das
Gepäck im Bus verstaut war, erfolgte die Weiterreise über
die Via Baltica nach Riga. Am späten Nachmittag spazierten wir
zur
Albrechtstraße, und sahen uns die herrlichen
Jugendstilhäuser an.
Der
Mindestverdienst in Lettland beträgt 220,00 €. Ein Brot kostet
1,30 € und die
MwSt ist 21 %. Die Mindestrente beträgt 150,00 €, die um 10 %
gekürzt wurde
auf 135,00 €, weil Lettland Schulden hat. Die
MwSt wurde innerhalb von 2 Wochen von 18 % auf
21 % erhöht, die
Gehälter um 2 % gekürzt und alle Zuschüsse und
Prämien gestrichen. 50 % der
Arbeitnehmer haben keine Krankenversicherung. Die
Wirtschaftskrise hat auch
hier zugeschlagen.
Im
Baltikum gibt es die dunklen Pferde mit 4 weißen Socken, die
Torris.
Bei den berühmten Torri-Tagen treten diese Torris zum Wettbewerb
an und ziehen
ca.1 – 4 t.
Wir unternehmen mit Elga
einen
morgendlichen Spaziergang durch die Altstadt Rigas und besichtigen
den Dom und
erfahren, dass Baron von Münchhausen aus Lettland stammt. Bei
herrlichem
Sonnenschein können wir den ganzen Nachmittag auf eigene Faust
Riga erkunden.
Obwohl Busfahrer Theo
seit Helsinki
immer wieder glaubt einen Elch zu sichten, haben wir bis jetzt nur zwei
schwarze Steinmarder, Störche und Reiher gesehen. Allerdings
beschäftigt er
uns, wer zuerst einen Elch sieht, bekommt eine kleine Flache Sekt.
Auf dem Weg nach Vilnius
besuchen
wir Schloss Rundale und besichtigen die schöne Schlossanlage.
Wir überfahren
die Grenze nach Litauen. Litauen ist größer als die
Niederlande, Belgien oder
die Schweiz. Hier leben 80 % Katholiken und an Häusern und Wegen
sehen wir
Kreuze. Wir laufen den Berg der Kreuze hoch; 1993 war der polnische
Papst Paul
Johannes II
hier. Viermal hat das
kommunistische
Regime den Berg abräumen lassen, ohne Erfolg, denn am
nächsten Tag waren die
ersten Kreuze wieder da. Bei seinem Besuch sagte der Papst: „Das Volk,
das so
beharrlich und fromm zum Berg geht, um ein Kreuz aufzustellen,
glaubt an das
Leben und an die Wiedergeburt: dann ist es eine heilige Stätte.“
Berg der
Kreuze hat einen nachhaltigen Eindruck auf uns gemacht. Nach einer
kurzen
Besichtigung fuhren wir zum Best Western Hotel nach Vilnius.
Sowohl in St.
Peterburg, Tallinn
und Riga als auch in Vilnius und in Klaipeda waren alle Straßen
sauber und ohne
Müll. Wir staunten über schön gestaltete
Blumenrabatten, teilweise auch auf
Wiesen, in den Städten und an den Straßen.
Mit der örtlichen
Reiseleiterin
besichtigten wir das schöne Vilnius. Vilnius liegt auf 7 Bergen
und feiert in
diesem Jahr sein 1000-jähriges Bestehen. Hier kamen wir in eine
Verkehrskontrolle, die ca. 20 Minuten dauerte, dann konnte der Bus
ohne
Beanstandung weiterfahren.
Klaipeda,
das frühere Memel, empfängt uns am Nachmittag mit seinen
Fachwerkhäusern, zahlreichen Restaurants und Kneipen und
bildet den Eingang
zur Kurischen Nehrung, die sich schier endlos lang (ca.99 km) in
die Ostsee
erstreckt.
Abschiedsabend in Klaipeda
In
Klaipeda verabschieden wir uns von Elga und Theo in einem
besonders urigen Lokal. Es war Sommersonnenwende, d.h. in
Litauen hatten die
Bürger zwei, in Lettland fünf freie Tage. Es wird an allen
Tagen gefeiert, die
Stadt ist leer, alle fahren zu ihrer Datscha.
Zum letzten Mal fuhren
wir mit Elga,
die uns so schön das Baltikum gezeigt hatte, mit der Fähre
auf die Kurische
Nehrung. Ein Wetterchen wie Seide, keine Hetzerei, nur die Fahrt
durch
schnurgerade Straßen, rechts und links vom Bäumen
gesäumt. Die große Düne war
unser Ziel, die einen herrlichen Ausblick bot. Im schönen
Dörfchen Nida
machten wir Mittagspause und ließen uns Hering im
Pelzmantel, Omelette mit
Krabben oder Salm schmecken. Am Haff liefen wir 3 ½ km
entlang, schauten uns
das Bernsteinmuseum an und erklommen 35 Stufen zum
Thomas-Mann-Haus hinauf.
Thomas-Mann-Haus mit Reiseleiterin Elga
Theo wartete auf uns, wir
verabschiedeten uns von Elga und versuchten eine halbe Stunde den
internationalen
Ferry Port zu finden, der ganz versteckt lag.
Die Überfahrt von
Kaipeda nach Kiel
war fast ruhig und als um 17.00 Uhr die Fähre anlegte,
begrüßten uns viele
Segler aus Anlass der Kieler Woche. Wir fuhren von Kiel nach Hamburg;
auf der A
1 waren viele Baustellen und Staus, so dass wir um 24.00 Uhr in
Oberhausen
waren.
Diese Reise war sehr gut
organisiert, Busfahrer Theo, war ein besonnener Fahrer und die
liebenswerten
Reisebegleiterinnen Elena und Elga sprachen ein
hervorragendes Deutsch. Wir haben viel
Interessantes in fremden Ländern gesehen;
wenn es auch anstrengend war, wir haben viel gelernt!
Schottland - ein Land der
Freiheitskämpfer
Ein Bericht über eine Studien-Erfahrung
der anderen Art

Hochzeitsfeier in Gretna Green mit
Hochzeitsgesellschaft
Mit dem Bus bis
Rotterdam, von
dort mit der Fähre nach Hull begaben sich 35 Alstadener auf die
Reise nach
Schottland. Am Fährhafen wartete Penny, unsere knorrige
Reiseleiterin, auf
uns. Sie ging am Stock, der Griff war eine Pfeife, und sie machte uns
mit
Schottlands Vergangenheit ohne Umschweife bekannt. So zieht sich durch
seine
Geschichte, durch seine Täler und Berge der tragische
Leitfaden eines Volkes,
das ständig um seine Unabhängigkeit kämpfte,
betrogen nicht nur von den
Nachbarn im Süden, sondern auch von Menschen aus den eigenen
Reihen. Religionskämpfe
und Kämpfe zwischen den einzelnen Clans waren brutal und
primitiv und an der
Tagesordnung bis ins 18. Jh. Jeder Clan hatte ein Oberhaupt; jeder
Junge wurde
als Soldat geboren. Penny sorgte dafür, dass jeder Fluss oder
Tal, die Kämpfe
der einzelnen Clans, die Helden der Geschichte durch schottische Musik
oder Gesang
untermalt wurden. Sie benutzte unseren Busfahrer Bernie als
Kapellmeister,
der die jeweilige CD aufzulegen hatte, ob er wollte oder nicht.
Unser erstes Highlight, auf dem Weg nach
Glasgow,
war Gretna Green, wo Liebespaare sich im ersten schottischen Ort vom
Dorfschmied über dem Amboss in Gegenwart von zwei Zeugen trauen
lassen konnten.
Wir spielten die Szene nach unter großem Gelächter der
Hochzeitsgesellschaft,
die wir darstellten. Von unserem Hotel in Glasgow konnten wir
abends das
beleuchtete Rathaus und den George Square besuchen. Abends lagen von
Penny
gemalte, kopierte Speisekarten zum Dinner auf unseren Tischen.
Penny erklärt die
Uniform des Dudelsackspielers
Von unserem Hotel
in Glasgow
konnten wir abends das beleuchtete Rathaus und den George Square
besuchen.
Abends lagen von Penny gemalte, kopierte Speisekarten zum Dinner auf
unseren
Tischen.
In Inveraray hörten wir das Clyde
Lied, aßen Ochsenschwanzsuppe
am Bus und kauften den ersten Kilt. Hier gibt es keine Gasthäuser,
das gilt als
absolute Ausnahme, weil die Bewohner alle gastfreundlich
sind. Penny warnte
vor jedem Ausstieg vor Touristenfänger. Wir fuhren durch eine
idyllische Landschaft
am Loch Ave und Loch Fyne vorbei nach Oban am Firth of Lorn, zum Hafen und sahen Schloss Oban. Nach
Pennys Aussage wurde in Schottland nur gedolcht und gemördert.
Ihre Meinung: Die Leute hatten nichts zwischen die Ohren!
Sie erzählte zwischendurch immer
wieder eine grausame
Geschichte und jeden Tag erzählte sie uns von Maria Stuart.
Ein Schottenwitz: Sechs Glasgower stehen
vor dem
Himmelstor und wollen hinein. Petrus fragt den Herrgott:
„Können wir sie
reinlassen? Ich kenne sie nicht.“ „Ja“, sagt der Herrgott, „wir
können es
versuchen.“ Als Petrus die Glasgower sucht sind sie weg und haben
das goldene
Himmelstor mitgenommen.
Auf dem Weg nach Edinburgh sahen wir mit
großem
Hallo auf den drei grün überwachsenen Pyramiden aus Schrott
rote Schafe. Penny sagte, die Schafe wären echt rot. Da sie aber
unter dem Bauch weiß waren, konnten wir es nicht so recht
glauben. Aber die ca 25 roten Schafe sahen richtig cool aus. Wir
machten Halt bei
der Erskin-Brücke und bestaunten dieses Wunder der Baukunst
Die Royal Britannia lag im Hafen, sie
ist nicht
beschriftet. Wir sahen die alte Stadt Edinburgh, das neue
Parlament, das
Edinburgh Castle mit der Tribüne, Waterloo Place, die
Neustadt, das Hardrock
Cafe und das Denkmal vom Bobby, dem treuen Hund, der 14 Jahre an
dem Grab
seines verstorbenen Herrn wachte.
Das Museum der Religionen in Glasgow, den Dom
des
Hl. Mungo und die Hauptkirche der Königin und des Herzog von
Edinburgh, den
alten Fischmarkt, den kath. Dom und die Universität. Am Loch
Lomond erzählte
Penny von Bonnie Dundee und wir sangen den Refrain laut und
enthusiastisch:
Come fill up my cup, come fill
up my can,
saddle my horses and call up my
men,
unhook the West Port und let us
go free!
It`s up with the bonnets of
Bonnie Dundee!
In Fort William am Fuß des Ben Nevis
schien zu
unserer Freude die Sonne, und wir konnten die leckere Erbsensuppe am
Bus genießen.
Zwischen Fort Augustus hatten wir als Fotomodell einen
großen Hirsch, der uns
ignorierte und sich fotografieren ließ. Der Weg führte uns
ins Tal der Tränen
nach Glencoe, wo sich vor langer Zeit ein Massenmord zwischen dem
Clan Mc
Donald und Mc Gamble ereignete. Penny erzählte uns die
grausame Geschichte
von den 7 geköpften Brüdern und zeigte uns das Denkmal mit
den sieben Köpfen.
Am Loch
Ness waren wir schon hoch in den Highlands,
eine wunderschöne Landschaft mit hohen Bergen und vielen
Lochs, d.h. Seen, die
sich wie Perlen an einer Schnur reihen. Wir wussten gar nicht, dass
Schottland
so wasserreich ist. Loch Ness ist 36 km lang, 300 m tief und friert nie
zu.
Acht Flüsse fließen hinein und ein Fluss, die Ness,
fließt wieder hinaus.
Parallel liegt der Kaledonien-Kanal mit 23 Schleusen. Obwohl wir lange
Zeit am
Loch Ness vorbei gefahren sind, ließ sich das See-Ungeheuer
Nessie nicht sehen,
deshalb mussten wir uns mit einem Froschkönig begnügen. In
Inverness lag das
rote Schloss über dem Fluss Ness.
In der Glengoyne Distillery
kosteten wir das schottische Lebenswasser, den 10 Jahre alten
Single Malt
Whisky, mit Slainte Mhath (sleintjewar) und besichtigten die
Distillery. Hier wurden wir in deutscher
Sprache
willkommen geheißen und einige erstanden den gut schmeckenden
Whisky.
Eine der
schönsten Gegenden
Schottland sind die Trossachs, das teils bewaldetes Berg- und
Seengebiet am
Südhang der Highlands ist aus Vulkangestein. Die Fahrt
über den bewaldeten
Duke Pass war für Bernie eine Herausforderung und für uns ein
einmaliges
Erlebnis. Bei einer Dampferfahrt auf dem Loch Katrin hat es zum
erstenmal geregnet,
aber das störte die Stimmung nicht.
In Aberfoyle sahen
wir eine
Vorstellung, wie Bordercollies Schafe zusammentrieben. Ein
schottisches
Abendessen mit Spezialitäten, Musik, Dudelsack und
schottischen Tänzen
erwartete uns in Drymen. Die
traditionelle
Spezialität Schottlands „Haggis“ (Schafsmagen) haben wir
probiert und für gut
befunden. Wir gewannen den Gesangwettstreit gegen eine englische Gruppe
und
unser Dirigent Egon erhielt den Gewinn, 1 große Packung Glengoyne
Whiskey
(Inhalt 0,05 ml) und ließ jeden von uns mal riechen oder nippen.
Das Abendessen
konnte gewählt werden und es schmeckte fantastisch. Als wir nach
Stunden aufbrachen
und das Lied „Auf Wiedersehen“ sangen, verabschiedeten uns
nicht nur die
Engländer begeistert, Penny war einfach gerührt.
Wir verließen Schottland und
fuhren nach York, wo Penny wohnt. Sie hatte große Sorge,
dass ihr Haus unter
Wasser stand, und es war auch so, deshalb hatte Silke die Führung
übernommen.
Den Regenschirm mussten wir kurzzeitig aufspannen. Von
weitem erblickten wir
den York Minster, die gewaltigste und schönste Kirche
Britanniens, die Innenansicht
zeigte, dass seit Jahrhunderten nichts verändert wurde,
nur restauriert. Die
Altstadt ist ein komplett erhalten gebliebenes,
mittelalterliches Baudenkmal,
umgeben von einer langen Stadtmauer
und großen Stadttürmen. York war beeindruckender
Schlusspunkt unserer
Schottlandreise mit insgesamt 2.464 Buskilometern.
Von Hull
aus ging es mit der Fähre bei ruhiger See zurück nach
Rotterdam und erreichten
am Mittag um 12.30 Uhr Alstaden. Die Reisegruppe war begeistert,
denn es waren
ganz andere, neue Erfahrungen, die wir in dem berühmt,
berüchtigten Schottland machen
konnten.
Sizilien
Bericht der
Studienreise
vom 24.05. –
04.06.2008

Die
Geschichte Sizilien liest sich wie ein Krimi. Seit etwa 35.000 Jahren
v. Chr.
ist Sizilien besiedelt. Seitdem haben sich immer wieder neue Eroberer
der Insel
bemächtigt. Im 9. Jh. begannen die Phöniker mit der
Errichtung von Handelsniederlassungen;
es folgten die Griechen, Karthager, Byzantiner, Araber,
Normannen, Staufer,
die Herrschaft Savoyens und Österreich bis zur heutigen autonomen
Region der
Republik Italien. Alle „Eroberer“ haben Spuren
hinterlassen
Um die
Sehenswürdigkeiten der Insel kennen zu lernen, machten
sich 41 Alstadener
auf nach Sizilien Am Flughafen Catania holten uns
Reiseleiterin Patrizia
mit Busfahrer Bartholo ab. Im Hotel Arenella Sea Resort in Syrakus blieben wir vier Nächte, das
Frühstücks- und Abendbüffet war sehr gut, Wein und
Wasser kostenlos.
Im Bus
begrüßte uns morgens
gutgelaunt Patrizia mit buon giorno, buon giorno, buon giorno
und sie
erhielt ein vielfaches Echo zurück. „Auf Sizilien haben die
Frauen das
Sagen!“, war ihre erste Erklärun, geboren im Sauerland,
zog sie mit 12 Jahren
zu ihrer Oma nach Sizilien.
Nach einem schönen
Abend und
ruhiger Nacht führte uns der 1. Tag in guter Stimmung nach
Syrakus, Hauptstadt
der gleichnamigen Provinz. Die Altstadt liegt auf der
vorgelagerten Insel
Ortigia, seit der Antike als „Wachtelinsel“ bekannt, die durch
einen schmalen
Kanal von der auf dem Festland liegenden Neustadt getrennt ist. In Syrakus zeigte uns Santo Veneziano, der
Philosoph, das Museo Archeologico Nazionale mit dem
römischen Amphitheater.
Santo erklärte uns das Griechische Theater und die
Grotte di Cordari, die
wegen ihres Aussehens „das Ohr des Dionysos“ heißt. Wir
sangen in dem
riesigen, hohen Gewölbe auf Wunsch eines einzelnen Herrn: „So
ein Tag, so wunderschön
wie heute!“ und es schallte vielfach von den Wänden
zurück. Am
Nachmittag zeigte uns eine sizilianische
Führerin die Altstadt von Syrakus, den Dom aus dem VI.
Jh., den
interessanten Apollontempel um 600 v. Chr. und die schöne
Piazza del Duomo
mit dem Dom aus dem 7. Jh. Abschluss bildete die Besichtigung
der
Aritusa-Süßwasserquelle. Mittagspause war auf einem
Schiff, das uns rund um die Insel fuhr.
Neben einem
sizilianischen Picknick mit Rot- und Weißwein konnten wir
die Aussicht auf die
Festung bewundern. Den Abend verbrachten wir wieder in
fröhlicher Runde.
Die nächsten beiden
Ausflüge
führten uns im wesentlichen in die Zeit des Barocks. In Avola
und Noto wachsen
die dicksten Mandeln, die mit buntem Zucker überzogen ein
Verkaufshit sind.
Weiter ging es nach Modica, einer der wichtigsten
Barockstädte der Insel, mit
ihren wunderschönen Monumenten und dem bekannten
Zivilmuseum; das Ibleo
Museum der Kunst und der populären Traditionen. Um die
Mittagszeit sind die
Kathedralen geschlossen und Patrizia überließ es uns,
die 249 Stufen hinauf zu
steigen, um eine gute Aussicht zu haben. Die Mutigen, die nach oben
gestiegen
sind, sahen nicht nur den Dom von innen, sondern auch eine große
Hochzeitsgesellschaft
mit Funk und Fernsehen. In einer Schokoladenfabrik
probierten wir sizilianische
Schokolade. Ragusa,
das wichtige industrielle
und kommerzielle Zentrum; ist durch ein tiefes Tal in zwei Teile
getrenn.
Nach dem Erdbeben 1963 wurde diese Stadt im Barockstil wieder
aufgebaut. Hier
wachsen viele Johannisbrotbäume und Kaktusfeigen, die lecker
schmecken. Das
Fruchtfleisch ist sehr süß, die Kerne werden
mitgegessen, aber ohne Handschuhe
kann man sie nicht pflücken. Zwischen Modica und Ragusa gibt es
sehr viel Vieh.
Aus der Milch der Kuh Modicana wird Catcho-Käse gemacht, der zum
Reifen wie ein
Sattel auf ein Brett aufgehängt wird. Alle Felder
dieser Region werden mit kleinen Steinmauern begrenzt.
In Palazzolo Acreide,
einer wichtigen
Stadt aus griechischer Zeit mit einem
außergewöhnlichen Theater aus dem 3.
Jh. v. Chr. waren wir zu rechten Zeit,
um kurz „Medea“, eine Aufführung einer Gymnasialklasse,
sehen zu können.
Schauspielerischer Gesang und Gesten beeindruckten und
waren trotz
italienischer Sprache verständlich.Caltagirone
liegt auf 3 Hügeln und
ist für ihre typische sizilianische Keramik bekannt.
Einige bedeutende Monumente
der Stadt lernten wir kennen, den Stadtpark, der den Eingang
zum Keramikmuseum
darstellt und selbstverständlich haben einige von uns die
weltberühmte, mit
bunten Kacheln gepflasterte Treppe erklommen. Die 142 Stufen
von Santa Maria
del Monte schmücken farbige Majolika-Fliesen, die zu bestimmten
Festen mit
vielen Lichtern, Blumen oder im Dezember mit Krippen geschmückt
werden und eine
phantastische Ansicht bieten.
Bodenmosaik
Concordiatempel
Nach
vier Nächten in Syrakus ging
unsere Fahrt einem der Höhepunkte der Reise entgegen, dem Besuch
der Villa
Romana del Casale. Nirgendwo lässt sich die Seele Siziliens
besser erspüren
als im einsamen Hügelland rund um den
geographischen Inselmittelpunkt Enna.
Dass der Massentourismus alles zu ersticken droht, wurde uns
bewusst in den
Ruinen der spätantiken „Villa Romana del Casale“, 3./4. Jh.
n. Chr. die in der
ganzen Welt durch ihre herrlichen Bodenmosaike,
berühmt ist. Etwa 3.500 qm
Mosaike blieben erhalten; eine unvorstellbare
Größe. Die
Vielfalt der Themen und die
Farben der Mosaike sind ein seltenes, wertvolles und
künstlerisches Dokument
aus römischer Zeit. Die Mosaiken waren wunderschön aber
es war überall
rappelvoll und wir froh, als wir gemütlich unsere
Pappardelle (Aubergine mit
Tomatensoße) und Vino Rosso im
stilvollen Ristorante
Theatro genießen konnten.
Bevor
wir Agrigent erreichten,
mussten wir noch einmal 100 Stufen auf die schöne Burg
Castelerrato steigen,
um eine herrliche Aussicht über Enna genießen zu
können. In Porto Empedocle,
direkt am Mittelmeer, waren wir im Hotel Villa Romana fürstlich
untergebracht.
Auf der Nachtfahrt bestaunten wir den beleuchteten Herakles-,
Concordia-,
Hera- und Zeustempel. Sie waren großzügig angestrahlt
und blickten majestätisch
vom Berg in die Landschaft. Am nächsten Tag begann der
Spaziergang beim höchstgelegenen
Hera-Tempel. Von der beherrschenden Position des Tempels
blickt man ins
Tempeltal. Vorbei an Befestigungen und in alten Stadtmauern
gehauenen Begräbnishöhlen
gelangten wir zum besten erhaltenen dorischen Tempel Italiens, dem
Concordia-Tempel. Wir überquerten eine Strasse und betraten das
riesige
Ruinenfeld des Tempels des Olympischen Zeus. Nach Besichtigung der
einmaligen
Tempelanlagen ging unsere Fahrt zur vorletzten Station, nach
Palermo. Wir fuhren
durch landschaftlich reizvolle Gegenden mit Wald und großen
Feldern, auf denen
Hartweizen angebaut wird, der für die Herstellung von Pasta
gebraucht wird.
Der Regierungssitz Siziliens ist Palermo. Patrizia informierte uns
über die
Schulpflicht in Sizilien, die mit 6 Jahren beginnt und 8 Jahre dauert;
d.h. 5
Jahre Grundschule mit schriftlicher und mündlicher
Prüfung; danach 3 Jahre
Orientierungsstufe. Nach 8 Jahren Schulpflicht kommen 5 oder
6 Jahre Studium,
alle Richtungen, und hat dann sein Diplom. Eine Lehre mit Praxis und
Theorie,
wie bei uns, gibt es nicht. Die Lernenden bekommen so gut wie keine
Entlohnung,
bis sie einsetzbar sind. Palermo ist eine große
Universitätsstadt. Bereits
seit 1600 hat Catania eine Universität. Patrizia wies auf den
Monte Pellegrino
hin, der vor Palermo aus dem Tyrrhenischen Meer ragt, und die
Stadt vor kalten
Winden schützt.
Zwischen Palmen und
blühenden
Jacarandabäumen liegen die bekannten Villen von Palermo. Wir
besuchten Villa
Niscemi, Palazzo Zisa, Palazzo Mirto, alle unterschiedlich,
fürstlich
ausgestattet und zum Schluss wurden wir im Palazzo Conte Federico
höchstpersönlich
von der Hausherrin, Gräfin Federico, empfangen. Sie zeigte
uns ihr prächtiges
Haus von innen; nicht nur die Prunkräume, auch die
Privaträume. Palermo ist
bekannt für die arabischen, normannischen und barocken
Monumente. Wiir besichtigten die
Capeila
Palatina im Normannenpalast und die Kathedrale. In Monreale sahen
wir den
einzigartigen Dom mit dem Benediktinerkloster, 1174 von den
Norman-nenherrschern
gestiftet. Sehenswert der Kreuzgang mit 228 Zwillingssäulen,
den wir andächtig
betrachteten. Palermo ist bekannt für die arabischen,
normannischen und
barocken Monumente.
Helgas Geburtstag
feierten bei der
Villa Garibaldi in Piazza Marina. Wir lassen sie bei einem Picknick mit
gefüllten
Reisbällchen und Vino Rosso hoch leben. Helga spendierte
Mandelgebäck und
Marsala-Wein. Unser Gesang schallte durch die Stadt. Wir
saßen verteilt auf
Baumwurzeln, Bänken oder Pappkartons, es war ein riesiger
Spaß.
Auch Palermo ließen
wir mit vielen
tollen Eindrücken zurück, um entlang der Nordküste
unsere letzte Station in
Accitrezza zu erreichen. In der malerischen Altstadt von Cefalu
besichtigten
wir den Normannendom. Nach der Mittagspause mit sizilianischen
Köstlichkeiten
fuhren wir bis Messina durch 68 Tunnel. Dort hatten wir etwas Zeit, um
die
Hauptattraktion, den Dom mit einem wunderschönen Glockenspiel
zu erleben. Der
Brunnen von Orion ist nach dem Gründer der Stadt benannt. Bekannt
ist Messina
durch die Goldene Frau, Madonna belle lettere. Nach weiteren 35
durchfahrenen
Tunneln kamen wir in Accitrezza an und bezogen unsere Zimmer.

Krater am Aetna
Palazzo Corvaia in Taormina
Der letzte
Besichtigungstag brachte
noch mal zwei Höhepunkte der Reise. Wir
erlebten den größten aktiven Vulkan Europas, den Ätna
(3.340 m), bei einer interessanten
und abenteuerlichen Auffahrt bis etwa 1800 m hoch. Viele
Reiseteilnehmer
fuhren mit einem Landrover und Bergführern des
italienischen Alpenvereins bis
zum Hauptkrater. Die Kraterlandschaft sah aus wie eine
Mondlandschaft, es
dampfte aus verschiedenen Hohlräumen, das Laufen auf der Lava
war anstrengend
und es lag noch Schnee dort, wo Lavastaub ihn abdeckte.
Am
Nachmittag besuchten wir als Abschluss Taormina, das so hoch liegt
und so
schmale Gassen hat, dass wir nur mit Shuttlebussen
hin und zurück zum Busparkplatz kamen. Dass war schon eine
anstrengende
Erfahrung. Nach Besichtigung von Taormina führte uns
Klara ins Griechische
Theater mit dem schönsten Panorama der Welt, den Palazzo
Coraia aus dem 14.
Jh. und die Badia Vecchia. Abends verabschiedeten wir unsere
Reiseleiterin
Patrizia und unseren Busfahrer Bartholo, die ein sehr gutes Team
waren.
Den
letzten Tag verbrachten wir am Schwimmbecken. Wir hatten eine
wunderschöne
Sizilienrundfahrt, die nichts an Wünschen offen ließ. Der
letzte Abend war ein Ausgleich
für „entgangene Freuden“; wir fuhren auf ein kleines Landgut mit
schönen
sizilianischen Spezialitäten und viel kostenlosen
Rotwein. Bei der Rückfahrt im
Bus erklang vielstimmiger
Gesang; wir haben neue Talente entdeckt, da wo wir es nicht vermutet
hätten,
und haben Tränen gelacht.
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